DEG Arbeitsgruppe Kulturelle Identität/Geschichte/Gesellschaft – Vorstellung

Auf der Mitgliederversammlung der DEG im Oktober 2022 haben wir gleichfalls die Arbeitsgruppe „Kulturelle Identität / Geschichte / Gesellschaft“ (Kurzform: „AG Kultur“) gegründet. Sie besteht aus Deutschen und Eritreern, die das Ziel verfolgen, sich mit dem komplexen Thema der eritreischen Identität von ihren frühesten Wurzeln bis in die Aktualität zu befassen. So wie wir unsere Aufgabe verstehen, umfasst dies auch die geschichtlichen, gesellschaftlichen und sozialen Schnittstellen, die bei der Herausbildung der für die kulturelle Identität Eritreas maßgeblichen ethnischen Gruppen eine Rolle gespielt haben.

Warum haben wir dieses Thema für unsere Arbeitsgruppe gewählt?

Nach dem Selbstverständnis der DEG, so wie es schriftlich niedergelegt ist, möchten wir der “Öffentlichkeit ein umfassendes, realistisches Bild des heutigen Eritrea, seiner Menschen, Institutionen und Vielfalt vermitteln“. Wie die Praxis gezeigt hat, stoßen wir dabei immer wieder nicht nur auf die spezifischen Vorurteile, die aufgrund einer systematischen Desinformationspolitik gegenüber dem Land Eritrea bestehen. Sondern auch auf ein im Westen allgemein verbreitetes Afrika-Bild, das die Realität des Kontinents und seiner Völker, ihrer Kultur, Werte und Geschichte nur sehr verzerrt widerspiegelt. Dies basiert nicht allein auf Unkenntnis, sondern vielfach auch auf den aus der kolonialen Vergangenheit übertragenen Klischees, die bis heute andauern.

Dies steht – gerade auch im Falle Eritreas – in einem krassen Widerspruch zu den vielfältigen Faktoren, die im Laufe einer bewegten Geschichte und eines langandauernden Unabhängigkeitskrieges zur Herausbildung der eritreischen Kultur und Identität geführt haben. Diese Faktoren und ihren Einfluss auf das heutige Eritrea möchten wir näher untersuchen.

Angesichts des komplexen Themas haben wir uns entschieden, mit einer Bestandsaufnahme, dem „Ist-Zustand“, anzufangen und von diesem Ausgangspunkt immer tiefer in die Vergangenheit „einzutauchen“ (Zeittafel). Dies umfasst u.a. folgende Fragen:

  • Welche Ethnien/ethnische Gruppen gibt es heute in Eritrea, was kennzeichnet sie?
  • Was sind die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Volksgruppen, was macht ihr Zusammenleben aus?
  • Wodurch hat sich die besondere und übergreifende kulturelle Identität der ethnischen Gruppen hergestellt?
  • Welche Bedeutung hat die Bewahrung und Förderung der kulturellen Identität für das Gemeinwohl und Eritrea als Staat?

Wir sind sehr froh, dass in unserer Arbeitsgruppe bereits eine ausgebildete Ethnologin mitarbeitet. Wir beabsichtigen, auch weitere „Experten“ (eritreische und deutsche) hinzuzuziehen, und haben bereits erste Kontakte geknüpft. Über jede Mitarbeit von weiteren Interessierten würden wir uns außerordentlich freuen, und bieten an, aus der Fülle der Themen diejenigen herauszugreifen, zu denen die größte Nähe oder Affinität besteht.

Ein Erstkontakt ist möglich über das DEG Sekretariat. Wir freuen uns über jeder Anfrage. Ansprechpartner sind: Semhar Duhm, Fithawie Habte, Dirk Vogelsang

DEG